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Programm

32. Sparkassen-Wirtschaftsforum

Weltweit befinden sich die Börsen in höchst spannenden Zeiten. Die Geldpolitik und insbesondere die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank beflügeln – trotz einer gewissen Unsicherheit durch die Corona-Pandemie – die europäischen Märkte. In Deutschland engagierten sich im vergangenen Jahr beinahe so viele Menschen an der Börse wie zuletzt um die Jahrtausendwende. Und der Trend könnte nachhaltig anhalten.

Die Börse rückt wieder stärker in das allgemeine Interesse. Ganz besonders hat es uns deshalb gefreut, Ihnen in diesem aktuellen Umfeld den Chef der Deutschen Börse, Herrn Dr. Theodor Weimer, als Referenten bei unserem diesjährigen Wirtschaftsforum präsentieren zu können.

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Zusammenfassung

Dr. Theodor Weimer spricht Klartext auf dem 32. Sparkassen-Wirtschaftsforum

Tuttlingen, im September 2021

„Ich will bewusst ein bisschen gröber heute Abend über das Holz hobeln“. Mit diesen Worten eröffnet Dr. Theodor Weimer, der Chef der Deutschen Börse, seinen inhaltlichen Vortrag beim 32. Sparkassen-Wirtschaftsforum. Und dann beginnt einer der wohl bemerkenswertesten Redevorträge in der Geschichte der Veranstaltungsreihe. Ein Vortrag, ginge es nach dem Gastgeber Markus Waizenegger, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Tuttlingen, welcher in der hochkarätigen Liste der bisherigen Referenten des Wirtschaftsforums mit Sicherheit mit einem großen Ausrufezeichen versehen werden würde. Aber der Reihe nach.

Das traditionelle Wirtschaftsforum der Kreissparkasse Tuttlingen begrüßt jährlich hochkarätige Redner aus Politik und Wirtschaft in Tuttlingen. Darunter finden sich Namen wie Bundespräsident a. D. Dr. Horst Köhler oder auch Vorstände großer DAX-Unternehmen wie der Deutschen Telekom, BMW, SAP, Porsche oder BASF. Zu normalen Zeiten begrüßt die Kreissparkasse Tuttlingen als Gastgeber bis zu 700 Gäste in der Stadthalle Tuttlingen. In diesem Jahr sah das strenge Hygienekonzept nur eine deutlich geringere Teilnehmerzahl vor. Die Kreissparkasse hat bereits im Vorfeld um Verständnis gebeten, nur einen kleinen Teil ihrer Kunden und Geschäftspartner persönlich vor Ort begrüßen zu können. Im Gegenzug zu den Einschränkungen gab es jedoch eine Premiere: Erstmals wurde das Sparkassen-Wirtschaftsforum per Live-Stream übertragen, mit Hunderten weiteren Zuschauern.

„Der Zeitpunkt könnte passender nicht sein“, freut sich Landrat Stefan Bär, den Hauptredner des Abends und „Deutschlands gefragtesten Finanzmanager“, Dr. Theodor Weimer, den Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Börse AG, in Tuttlingen begrüßen zu dürfen. Bär nimmt dabei Bezug auf die derzeit turbulenten Tage an den Finanzmärkten und die Ausweitung des DAX. Einen besonderen Dank übermittelt Landrat Stefan Bär an Ortwin Guhl, einen guten Freund Weimers, der diesen als Redner für das Wirtschaftsforum begeistern konnte.

Zuvor freut sich Landrat Bär, die Vertreter der Politik, die Unternehmer und Geschäftspartner der Kreissparkasse Tuttlingen sowie die Vertreter der Verbände und Schulen wieder einmal in einem persönlichen Rahmen begrüßen zu dürfen.

In seiner Begrüßung setzt Bär den Schwerpunkt auf die vergangenen Monate, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt waren und beschreibt als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Tuttlingen deren Rolle: „Ich denke wir dürfen sagen, dass wir die Situation schnell und gut gemeistert haben und auch unserer Verantwortung gerecht geworden sind“. Denn „immer dann, wenn ein staatliches Programm nicht gezogen hat, hat die Kreissparkasse als Hausbank mit eigenen Lösungen pragmatisch und unbürokratisch geholfen“. Für diesen Kurs bedankt sich Landrat Bär im Namen der Region bei den beiden Vorständen und dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse: „Wir haben unseren öffentlichen Auftrag vorbildlich gelebt“.

Mit seinen Ausführungen über die derzeitige Niedrigzinspolitik und das „Schreckgespenst“ der Inflation sowie den damit einhergehenden Auswirkungen zielt Landrat Bär inhaltlich auf die zahlreichen aktuellen Problemstellungen für den Finanzmarkt ab – und damit auf das Fachgebiet des Hauptredners des Abends. Mit seiner Erkenntnis „die schwäbische Hausfrau hat neben dem Sparkassenbuch nun auch die Börse für sich entdeckt“ fasst Bär die steigenden Anlegerzahlen an der Börse sprichwörtlich zusammen und übergab Dr. Theodor Weimer schließlich das Wort.

„Tuttlingen ist bekannt, nicht nur durch Industrie, durch Medizintechnik, sondern auch durch das Sparkassen-Wirtschaftsforum, das vor vielen Jahren aus der Taufe gehoben wurde und mittlerweile einen sehr guten Ruf hat“, würdigt Dr. Theodor Weimer zu Beginn seines Vortrags das Renommee der Veranstaltungsreihe.

„The Good, the Bad, the Ugly”. Anhand des englischen Originaltitels, des im Jahre 1966 erschienenen Spielfilmes von Sergio Leone und im deutschen als die „Zwei glorreiche Halunken“ bekannten Italowestern-Klassikers, beschreibt Weimer bemerkenswert deutlich seine Sicht auf die aktuelle Lage – auch abseits des Börsenparketts. „Wir leben in Zeiten, wo nur Weniges, wo nur Einiges gut ist; Vieles läuft schlecht und wir enden hoffentlich nicht im Hässlichen“. In den kommenden knapp 40 Minuten spricht Weimer seine Sicht schonungslos offen an.

Zu Beginn geht Weimer dazu auf die globalen Entwicklungen ein und kritisiert die Haltung auf europäischer und nationaler Ebene. Weimer beschreibt die Neuaufteilung und Klassifizierung der globalen Volkswirtschaften, die „in Europa negiert wird“. Zum Verhältnis der Technologieführer China und USA konstatiert er: „Die befinden sich in einem Kalten Krieg, der in Deutschland noch nicht angekommen ist“. Weimers These: Technologie, und nicht mehr die Globalisierung, werde die nächsten Jahrzehnte die Quelle des Wachstums sein. „Und das müssen wir endlich begreifen“, so Weimer weiter. Weimer spricht ferner über die Spreizung in der Gesellschaft: Neben die Globalisierungsverlierer aus der Vergangenheit drohen Digitalisierungsverlierer zu treten. Die neue Generation, kritisiert Weimer, „hat keinen Ehrgeiz und kein Interesse mehr, die Zukunft zu gestalten. Man will die Zukunft bewahren.“ Das aber würde nicht reichen. „Wir müssen den Kindern auch wieder den Ehrgeiz mitgeben, wieder nach vorne zu marschieren“.

Regierungen und Notenbanken glauben, so Weimer weiter, sie hätten ein „Perpetuum mobile“ erfunden: die negativen Zinsen. Allein der deutsche Staat würde durch die Begebung von Anleihen – um Schulden zu machen – 7 Milliarden Euro Gewinn machen. „Wir gehen mit Milliarden um, das ist sträflich“, so Weimer. Die gemeinsame Verschuldung sei der Kitt, welcher Europa zusammenhält. „Wir sind de facto im Eurobond angekommen.“ Und die Regierungen und Notenbanken werden das nicht ändern: „Der Anteil der Wähler, denen das Niedrigzinsthema drückt, ist geringer, als der Anteil derer, die sich durch die Regierungen beglücken lassen oder die sich billig verschulden.“ Weimer stellt fest: „Wir sind im ‚Big Government‘ angekommen; wer zahlt schafft an.“

„Ich reibe mir dir Augen“, so Weimer und nimmt damit Bezug auf das aktuelle Börsengeschehen. „Die Fundamentaldaten lassen das, was wir momentan erleben, eigentlich gar nicht zu.“ Grund, so Weimer, sei die Marktdynamik. Investoren, „die einfach losmarschieren“, hätten bisher gewonnen. „Es ist klar, die werden nicht ewig gewinnen, irgendwann fährt das Ding gegen die Wand.“ Die nächsten Monate sollen die Entwicklungen jedoch noch so weitergehen; „der Optimismus, wie es weiter geht für drei Jahre, ist grenzenlos groß“. Als Grund nennt Weimer die Investitionen des öffentlichen Sektors mit 30 Tsd. Milliarden US-Dollar weltweit im letzten Jahr. Das Geld, welches Staaten und Notenbanken in das System gedrückt haben, fresse sich in den Konsum und in die Bruttosozialprodukte. „Das ist ein gigantischer Stimulus“ und viel Geld davon würde erst jetzt investiert.

„Wenn zu viel Geld da ist, dann schreit das Geld nach Anlage.“ Weimer geht daher davon aus, dass die Entwicklungen am Immobilienmarkt noch weitergehen werden und die Inflation weiter zunimmt. Das Geld würde zudem einen Schleier über die Volkswirtschaft legen. „Keiner auf dieser Welt weiß noch, wie unsere Wirtschaft tatsächlich agieren würde und wie sie sich im Wettbewerb schlagen würde, ohne diesen Schleier des Geldes der Finanzmärkte darüber.“

„Es wird verschuldet, als gäbe es kein Morgen“, so Weimer. Vor allem bei den Regierungen. Weltweit stieg die Verschuldung im vergangenen Jahr um 13 Prozent. An der Spitze: Deutschland mit 30 bis 35 Prozent des Bruttosozialproduktes. Aber auch die Unternehmen verschulden sich zunehmend, um über niedrige Fremdkapital-Zinsen Produktivitätsgewinne zu substituieren. „Das ist eine ziemlich kritische Situation“, so Weimer.

„Die Sparer werden per System enteignet, der deutsche Staat hat rund 100 Milliarden Euro de facto an Sondersteuer abgezogen durch die Niedrigzinsen.“ Nach der Vermögenspreisinflation komme nun die Konsumpreisinflation. Viele würden dabei aber nicht zugeben, dass Sie die Inflation zur Entschuldung wollen. Und auch bei wieder leicht positiven Zinsen würde die höhere Inflation auch weiterhin zu einer realen Enteignung führen.

„Einige unserer Industrien müssen ihre Abhängigkeiten dramatisch von China reduzieren. China gibt keine Reziprozität. Wer glaubt, dass China Reziprozität in wirtschaftlicher Hinsicht gibt, hat von China nichts verstanden. China will die Weltherrschaft und China wird das auch erreichen.“ fährt Weimer weiter in seiner Rede fort und lenkt den Blick auf den Welthandel.

Er warnt dabei vor allem vor möglichen Auseinandersetzungen Chinas und der USA. Diese Entwicklungen würden wir in Deutschland nicht so richtig mitbekommen. Es würde uns aber spätestens dann berühren, wenn die Länder in einen Konflikt kommen und wir auf beiden Seiten der Sanktionen hängen.

EU, Bürokratie und Regulatorik. Weimer geht in seinem Vortrag kritisch mit der „Regulierungswut einer übermächtigen Bürokratie“ ins Gericht. Man habe darüber hinaus nicht mehr die „Fähigkeiten eines historisch starken Beamtenapparates“. Mit dem Ergebnis, dass die Regulierung jegliches Maß verloren habe und zum Selbstzweck geworden sei. „Risiken gehören dazu, Risiken müssen gemanagt werden und müssen transferiert werden.“ Weimer fordert Komplexität zu reduzieren und statt tausender Ausführungsbestimmungen klare Grundsätze zu formulieren. „Wir brauchen wieder ein Selbstverständnis: Vollkasko-Mentalität im Leben geht nicht.“

Für Deutschland konstatiert Weimer kritisch: „Wir haben keinen Leidensdruck, wir haben einen Leidensdruck, den Wenige erkennen, viele nicht spüren. Wir wurschteln uns weiter durch; wir haben ein Leadership-Vakuum und wir haben keine Akzeptanz der Eliten mehr.“ Die gleiche Situation habe es vor zehn Jahren in den USA gegeben. Und „wir laufen wieder in die gleiche Falle hinein“. Weimer kritisiert weiter, die derzeit nicht mehr zu Modernisierung fähige Gesellschaft; notwendige Investments würden in die Zukunft verdrängt. Es würde im heute gelebt, statt für die Zukunft zu arbeiten. Diejenigen, die dies aussprechen würden, wie Weimer selbst, gehörten zur Minderheit. Es fehle darüber hinaus jeder und jeglicher ordnungspolitische Rahmen. Die Abhängigkeit Deutschlands werde zudem immer größer, ob beim Strom oder bei den Computerchips.

Wirklich hässlich kann es laut Weimer werden, wenn das globale Finanzsystem heiß läuft. Verursacht durch die Politik des billigen Geldes der Regierungen, für das es keinen historischen Vergleich gäbe, und die gigantischen Hilfsprogramme von Staaten. Es sei derzeit schlichtweg zu viel Liquidität im Markt. „Es wird derzeit investiert, als gäbe es kein Morgen“, so Weimer. Es gäbe massive Übertreibungen überall an den Märkten, die Verschuldung würden nach oben getrieben. „Die Verschuldung startet bei den Regierungen, bei den Staaten, geht zu den Unternehmen und endet bei den Privatleuten.“ Daneben, so Weimer, würde das Vertrauen in Geld schwinden und die Menschen würden in Geldsubstitute wie Krypto-Währungen gehen. Diese Entwicklungen treibe den Notenbanken und den Regierungen den Angstschweiß auf die Stirn, das Geldmonopol zu verlieren. „Es wird Währungen geben, die nicht mehr ausgegeben worden sind von Staaten“.

Abschließend zieht Dr. Theodor Weimer ein Fazit seines engagierten Vortrages: „Es geht noch eine Zeit lang gut, aber wir müssen extrem wachsam bleiben.“ Dabei spricht Weimer insbesondere die Verantwortung der wirtschaftlichen Eliten an. Probleme müssten wieder angesprochen werden und man müsse wieder in einen Handlungsmodus kommen. Es sei wichtig, wieder auf Wachstum und Technologie zu setzen, denn „nur über Wachstum und Technologie werden wir die Probleme der Zukunft lösen.“ Und dazu braucht es laut Weimer den Finanzsektor, der im Übrigen eine viel bessere Zukunft habe, als viele glaubten. Nur dieser könne Risiken bewerten, aufnehmen und transformieren. Wenn man die Wirtschaft umbauen will – sei es beim Green Deal oder der Digitalisierung – brauche es eben diese Bereitschaft zur Aufnahme und zur Transformation dieser Risiken. Nur so könne der technologische Wandel erfolgen.

„Fesselnd, verständlich, klar, schonungslos ehrlich – aber so, wie man es von Herrn Dr. Theodor Weimer erwarten durfte“, fasst Markus Waizenegger, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Tuttlingen, den Vortrag zusammen. Waizenegger, als Chef der Kreissparkasse der Gastgeber des Wirtschaftsforums, blickt seinerseits auf die besonderen Rahmenbedingungen der letzten Monate zurück. Insgesamt stehe man heute in der Region gut da. Dafür waren, trotz mancher Kritik, viele Beiträge aus Politik, Verwaltung sowie von den Familien, Menschen und Unternehmen notwendig.

„Unser Anspruch war es von Anfang an, diese Krise auch als Chance zu begreifen und den öffentlichen Auftrag, der uns seit unserer Gründung vor über 160 Jahren leitet, als wichtigste Maßgabe unseres Handels zu unterstreichen“, beschreibt Waizenegger die Rolle seines Hauses. Für die Kreissparkasse war klar, alles dafür zu tun, um ihren Beitrag für die Region zu leisten und als verlässlicher Partner zu den Menschen und den Unternehmen zu stehen. Waizenegger unterstreicht damit den Anspruch der Kreissparkasse Tuttlingen, als Hausbank der Mehrzahl der privaten und gewerblichen Kunden: „Wir sind für unsere Kunden eine sichere Bank“.

Auch nach der Corona-Krise bräuchte es enorme Anstrengungen, um Zukunft erfolgreich zu gestalten und im globalen Wettbewerb Wohlstand dauerhaft zu sichern. Die Welt und die Rahmenbedingungen dafür – das gelte für Politik, Gesellschaft, Technologie und das Klima – werden immer weniger berechenbar. Die Unsicherheit, unter der wichtige Entscheidungen zu treffen seien, nehme spürbar zu. Wandel und Veränderungen werden zur Regel und das gute Bewältigen dieser Veränderungen werde zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Als greifbares Beispiel führt Waizenegger die Veränderungen in der Automobil- und Mobilitätsbranche an. Aber auch an den Kapitalmärkten haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren grundlegend verändert. „Die Finanzsysteme scheinen anfälliger und wenig berechenbar“, so Waizenegger. Die Nachwirkungen der Eurokrise seien noch nicht bewältigt, neue Schulden seien notwendig, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen; die Mandate der Notenbanken würden neu definiert, Geldwertstabilität sei nicht mehr das Maß aller Ding und der Zins verliere zunehmend seine Steuerungsfunktion. Das führe unweigerlich und spürbar dazu, dass bisherige Strategien an den Kapitalmärkten nicht mehr den bekannten Mustern folgen und die Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten an Wohlstand und Vermögensbildung nicht mehr gegeben sei. Überbordende Regulierung und nicht immer gut gemachter Verbraucherschutz entfalten darüber hinaus eine hemmende Wirkung.

Die Aufgabe und Rolle der Kreissparkasse, um die Herausforderungen in der Region gemeinsam gut bewerkstelligen zu können, ist für Waizenegger klar. „Bei aller Notwendigkeit von Veränderung gilt es, den Kern unseres Geschäftsmodells zu erhalten“: Integrität, Verlässlichkeit und die Berechenbarkeit für Kunden und Mitarbeiter auf der einen Seite; nachhaltiges Wirtschaften in der Region und zum Wohle der Region auf der anderen Seite, seien weiter das elementare Fundament des Handelns der Kreissparkasse Tuttlingen. Werte, die gerade im aktuellen Umfeld gefragt seien und bei denen sich die Kreissparkasse Tuttlingen auch vom Wettbewerb differenzieren wolle. Waizenegger will die Kreissparkasse aber auch spürbar weiterentwickeln. „Wir müssen noch besser, kompetenter und digitaler werden“.

Als Beispiel nennt er das Geschäft mit gewerblichen Kunden. So will Waizenegger noch intensiver mit den Kunden ins Gespräch gehen. Chancen und Risiken der Geschäftsmodelle, aber auch die Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Analysen sollen noch stärker erörtert werden. Für die Kunden liefere das deutliche Mehrwerte und wichtige Ansatzpunkte zur Standortanalyse und für mögliche unternehmerische Handlungsfelder. „Sie dürfen von uns als einem der wichtigsten Partner erwarten, dass wir mit Ihnen regelmäßig, klar strukturiert und verständlich aufbereitet sprechen – mit dem Ziel gemeinsame Ideen zu entwickeln.“ Denn, wenn die Rahmenbedingungen allgemein anspruchsvoller würden, müsse man enger zusammenrücken und ein noch besseres Verständnis für die gegenseitigen Belange entwickeln, fasst Waizenegger zusammen.

Als zweites Thema nennt Waizenegger die Gefahren der Vermögensentwertung durch die Inflation. „In weiten Teilen der Bevölkerung kommt es zu einem Maß an Vermögensvernichtung, die so kaum denkbar gewesen wäre und die so auch nicht gewollt sein kann.“ Kunden mit gut strukturierten und breit diversifizierten Vermögen seien gut durch die Krise gekommen und haben beachtliche Renditen erzielt. Bei Kunden, die nur über sehr geringe oder gar keine Wertpapieranlagen verfügen, habe die negative Realverzinsung jedoch erbarmungslos zugeschlagen. „Uns ist es wichtig, auch diesen Kunden Lösungsmöglichkeiten und Alternativen aufzuzeigen.“ Dabei aber nicht den Eindruck zu erwecken, das Patentrezept ohne jegliche Nebenwirkung in der Schublade zu haben, sei Waizenegger wichtig. „Wir legen Wert darauf, über Risiken zu sprechen und Wertentwicklungen transparent aufzuzeigen“. Waizenegger will sich jedoch auch hier noch weiterentwickeln: In den vergangenen Jahren habe man zwar schon viel in eine professionelle Wertpapierberatung im Private Banking, bei Unternehmensliquidität und im Bereich der Privatkunden investiert. Waizenegger will jedoch noch weiter in Ausbildung der Mitarbeiter, Wertpapierbildung und -kultur investieren.

Abgerundet wird das Sparkassen-Wirtschaftsforum letztendlich durch die anschließende Talkrunde, durch die die Moderatorin des Abends, Eva Reuter, führt. Die Fragen der Online-Zuseher und des Publikums vor Ort reichen vom „Bitcoin-Boom“ über die Auswirkungen der Pandemie auf die Region und die kommenden Herausforderungen für den Landkreis bis hin zu Anlagetipps an der Börse und die Kritik Weimers an der jungen Generation.

Bild: v.l.n.r. Landrat Stefan Bär, Dr. Theodor Weimer, Markus Waizenegger

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